Kurz vorm Wochenende haben wir diesmal einen kleinen Augenschmaus für alle Datenvisualisierer und Brettspieler unter Ihnen: die Visualisierung von zwei Millionen Schachspielen.
Die Grafik zeigt zum Beispiel, wie oft welche Eröffnung gespielt wurde. Die klassische sizilianische Eröffnung (hier in blau dargestellt) wurde am meisten gespielt. Wer es etwas detaillierter mag, bekommt per Mouse-Over einen tieferen Einblick geboten.
Und wenn Sie nun Lust bekommen haben, heute Abend bei einem Glas Wein eine gepflegte Partie Schach zu spielen und die neu gewonnenen Erkenntnisse einfließen zu lassen, wählen Sie weiß! Statistisch gesehen gewinnt man damit öfter.
Gestern machten wir uns auf den Weg nach Bonn, um am Telekom Qlik-Day teilzunehmen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Telekom Qlik Community, deren Initiator Michael Klix und der Firma ORBIT IT-Solutions aus Bonn, die der gesetzte Qlik-Partner für Beratung und technische Umsetzung im Telekom-Konzern ist.
Michael Klix lernten wir letztes Jahr über einen unserer Vorträge kennen; wenig später kegelten wir zusammen beim Qlik-Stammtisch in der Telekom-Bahn und im Laufe des Abends entspann sich die Idee zu unserem Vortrag auf dem Qlik-Day.
Bevor es jedoch losgehen konnte, gab es einen Feueralarm und am Standort mussten 3.000 Mitarbeiter evakuiert werden – und das alles wegen eines herrenlosen Koffers.
Nachdem sich alle beim gemeinsamen Mittagessen gestärkt hatten, eröffnete Andreas Wiener die Veranstaltung mit seinem Keynote-Vortrag „Sinn und Unsinn beim Dashboard-Design“ und ging dabei besonders auf den Umgang mit den Herausforderungen in interaktiven Dashboards ein.
Dazu gab es anschauliche Beispiele aus unserem demnächst erscheinenden Buch Managementberichte gekonnt visualisieren, das wir unter allen Teilnehmern, die einen Feedbackbogen ausgefüllt haben, verlosen*.
Direkt im Anschluss überzeugte Oliver Biel von Qlik in einem tollen Vortrag mit verschiedenen Anwendungsbeispielen, wie das Tool Qlik-Sense bei der Suche nach Daten oder neuen Erkenntnissen Mehrwerte schafft.
Bei Kaffee und Kuchen konnten die Teilnehmer netzwerken und sich zu aktuellen praktischen Fragestellungen austauschen, bevor es am Nachmittag mit drei weiteren spannenden Vorträgen rund um das Thema Qlik weiterging: ORBIT stellte sich den Teilnehmern als Inhouse Advisor und zentraler Ansprechpartner für alle Qlik-Themen vor und wir erhielten einen Einblick in die bisher realisierten Dashboards von Telekom Usern, auf den eine lebhafte Diskussion folgte.
Wir danken Michael Klix und ORBIT für dieses rundum gelungene Event und freuen uns, ihn (und vielleicht auch Sie?) beim nächsten Qlik-Stammtisch zur Daten-Visualisierungs- und Analyse-Anwendung „SENSE“ am 05. Juli um 19 Uhr, im Em Höttche in Bonn zu sehen.
*Die Gewinner werden schriftlich von uns benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Die 11. Reporting Fachkonferenz in Berlin am 08. und 09. Juni stand unter dem Motto „Unternehmenssteuerung 4.0 – Digitalisierung im Reporting“ und wurde von der Management Consulting Firma Horváth & Partners veranstaltet.
Im Zentrum der Hauptstadt trafen sich 14 Referenten und eine Vielzahl interessierter Zuhörer im Titanic Comfort Hotel Mitte, um sich zu den neuesten Entwicklungen und Möglichkeiten im Reporting auszutauschen.
Dabei gab es auf der einen Seite allgemein-theoretische Vorträge wie „Reporting 4.0 – digital und agil“ von Dr. Johannes Isensee und Stefan Tobias (Horváth & Partner GmbH) oder „Reporting für die mobile Nutzung: User Experience on the Go“ von Svenja Noä, auf der anderen Seite praktische Erfahrungsbeispiele wie „Konzernsteuerung 4.0 bei Lufthansa – Voraussetzungen schaffen mit S/4 HANA“ von Wolfgang Fäßle (Deutsche Lufthansa AG) oder „Navigieren in heterogenen Geschäftsmodellen: Neuausrichtung des Reporting und Steuerungskonzepts der Swarovski Gruppe“ von Reto Andreoli (Daniel Swarovski Corporation AG).
Nachdem wir am ersten Tag in der vorletzten Reihe Platz genommen hatten, durfte Andreas Wiener dann aber doch noch ganz nach vorne auf die große Bühne, um zusammen mit Alexander Fussan (Berliner Sparkasse) über „Visuelles Reporting in der Berliner Sparkasse – Von der Idee bis zur Umsetzung“ zu referieren, während Kai-Uwe Stahl weiter aus der vorletzten Reihe twitterte.
Wir kennen Alexander aus unserer Zusammenarbeit mit der Berliner Sparkasse und auch in unserem demnächst erscheinenden Buch Managementberichte gekonnt visualisieren wird es einen Artikel über unser Projekt mit der Berliner Sparkasse geben.
Zum Einstieg gab es einen David-Goliath-Moment, bei dem wir die Lacher definitiv auf unserer Seite hatten …
Andreas Wiener: „Ich wusste gar nicht, dass die Berliner Sparkasse so groß ist.“ Alexander Fussan: „Als wir euch kennenlernten, wussten wir nicht, dass ihr so klein seid.“
… und trotzdem hat die Zusammenarbeit immer sehr gut auf Augenhöhe geklappt.
Der Vortrag bot einen unterhaltsamen, kurzweiligen Einblick in das Konzept der Sparkasse inklusive den Ergebnissen der Eyetracking Studie, die mit den neuen Berichten durchgeführt wurde. Das plakative Beispiel „Liebendes Pärchen und Delphine“, das genutzt wird, um die Standardisierung im Reporting zu zeigen, ist auch noch beim Abendprogramm in aller Munde.
Neben den Fachvorträgen bot die Konferenz umfassende Möglichkeiten für fachlichen und persönlichen Austausch und es entspannen sich vielseitige und kontroverse Diskussionen rund um die Entwicklungen im Reporting. In der Summe ergab sich daraus ein umfassendes und spannendes Zukunftsbild für „Reporting & Analytics“ im digitalen Zeitalter.
Das besondere an der Veranstaltung war nicht zuletzt das hervorragende Graphic Recording* der überaus talentierten Gabriele Heinzel, das es leicht macht, noch einmal alle Vorträge Revue passieren zu lassen.
*Graphic Recording: ist das simultane Zusammenfassen und Aufzeichnen von komplexen Inhalten durch einen Graphic Recorder (Moderator, Illustrator, Zeichner etc.)
Hier können Sie sehen, wie Dirk Lerner ein Graphic Recording unseres Vortrages auf der TDWI 2015 vorstellt:
Alles in allem waren es zwei sehr gelungene Tage, mit vielen neuen, spannenden Einblicken in die Welt des Reporting, aus denen wir einiges für unsere zukünftige Arbeit mitnehmen konnten. Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Veranstaltern um Markus Kirchmann, Jens Gräf und dem Rest des sympathischen Horváth und Partners Teams. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und die 12. Fachkonferenz Reporting am 31. Mai und 01. Juni 2017 in Berlin.
Es ist Freitag, die Woche und das tägliche Business war anstrengend und das Wochenende steht vor der Tür. Da lohnt es sich doch, für einen kurzen Moment innezuhalten und den Blick auch mal über den Bildschirmrand schweifen zu lassen. Und weil die Augen von der vielen Computerarbeit müde sind, wechseln wir das Medium und schauen uns eine Tageszeitung aus Übersee etwas genauer an. Dabei soll es heute mal nicht um den Inhalt, sondern das Layout gehen. Wie jede Zeitung und jedes Buch hat auch die Dallas Morning News ein Style Book, das sehr detailliert den Aufbau und das Aussehen ihrer Zeitung bzw. der Visualisierungen beschreibt. Das ist wichtig, damit die Leserschaft bestimmte Inhalte oder Formate sofort erkennt, es bestimmt das Gesamtauftreten und erhöht den Wiedererkennungswert der Zeitung.
Quelle: Dallas Morning News
Eine besonders wichtige Rolle spielt dabei das Farbkonzept und auch die Dallas Morning News setzt sich sehr differenziert damit auseinander. Auch wenn das Style-Book so nicht in einem Businesskontext verwendet werden würde, ist es auf jeden Fall einen Blick wert, und auch bei dem Erstellen Ihrer Grafiken oder Folien lohnt es sich, vorher ein Konzept zu entwickeln und sich auf einige wenige Farben und Schriften zu beschränken. Je konsequenter Sie das durchführen, umso einfacher wird es Ihren Zuhörern fallen, Ihrem Vortrag zu folgen.
Alberto Cairo, Autor der Bücher The functional art und The truthful art, gibt in seinen Artikeln auf peachpit.com Einblicke in die Denkweise eines Datenjournalisten, wenn es um „gute“ Visualisierungen geht.
In dem Artikel „The many faced infographic“ tritt er für eine klassische und unaufgeregte Art der Visualisierung ein. Selbst im Bereich des Datenjournalismus sollte immer die „Information“ im Vordergrund stehen. Der Autor (oder im Businesskontext der Berichtsersteller) sollte immer im Blick haben, welche Fragen sich der Leser (Berichtsempfänger) stellt und versuchen, diese möglichst zweifelsfrei zu beantworten.
Quelle: Alberto Cairo
Cairo führt hierzu das „Information Seeking Mantra“ von Ben Shneiderman an:
Overview First, Zoom and Filter, Then Details on Demand
Wer uns bei REPORTINGIMPULSE kennt, der weiß, dass auch wir immer wieder auf diese einfache und klare Regel zurückgreifen. Gerade im Bereich der Dashboardgestaltung sind diese Regeln einfach anwendbar und bleiben uneingeschränkt empfehlenswert.
Eine Regel, die sich jeder unserer Blog-Leser zu Herzen nehmen sollte, besagt, dass 3D-Diagramme in der Geschäftskommunikation keinen Mehrwert stiften. Studien zeigen, dass Diagramme in 3D sieben Mal schlechter wahrgenommen werden als in 2D. Komischerweise finden wir aber dennoch mindestens eine 3D-Darstellung pro Kundenprojekt, obwohl alle vorher immer beteuern, niemals 3D-Diagramme erstellt zu haben.
Unser Dilbert des Tages gibt uns Recht, dass es durchaus ein Thema im Unternehmen sein kann.
Viele Unternehmen steuern nach Abweichungen. Keine Überraschung, dass Abweichungsdiagramme auch im Reporting eingesetzt werden. Dabei vergeht kaum ein Projekt ohne die Frage „Was ist eigentlich mit den Lesern, die eine Rot-Grün-Schwäche haben?“
Auf der Webseite von EnChroma haben wir das folgende Bild gefunden.
Falls die beiden Bilder für Sie identisch oder ähnlich aussehen, dann könnte bei Ihnen tatsächlich eine Rot-Grün-Schwäche vorliegen.
Auf der folgenden Seite könnt ihr einen Color Blindness Test machen und prüfen, ob ihr euch auch mit dieser Frage beschäftigen solltet.
Gerade im US-Fernsehen haben schlecht visualisierte Zahlen und Fakten große Tradition. Der Sender Fox tut sich hierbei immer wieder negativ hervor. Die Autoren Hannah Groch-Begley und David Shere haben sich einigen veröffentlichten Auswertungen, Visualisierungen und Charts angenommen und dabei zum Teil erhebliche Defizite festgestellt.
Einfachste journalistische und wissenschaftliche Grundregeln werden mit Füßen getreten.
Ein sehr simples Beispiel ist dafür die Auswertung einer Umfrage:
Quelle: Fox News
Das erste was auffällt ist, dass wenn man das Ergebnis aufsummiert ein Gesamtwert von 120% erzielt wird. Macht man sich anschließend die Mühe und betrachtet einmal die Originalergebnisse merkt man zudem, dass Teilergebnisse zusammengefasst wurden um ein möglichst klares Bild zu erreichen:
35% „Very Likely“
24% „Somewhat Likely“
21% „Not Very Likely“
5% „Not Likely at All“
15 % „Unsure“
Abgesehen von der unsinnigen Summierung und Neubildung von Teilergebnissen wurden an dieser Stelle außerdem die 15% „Unsure“ komplett unterschlagen.
Zwei wichtige Regeln sollten beachtet werden:
Zeigen Sie immer ALLE Ergebnisse, unterschlagen Sie nichts!
Man sollte immer prüfen ob die Detailebene der dargestellten Daten sinnvoll gewählt wurde. Wählt man eine zu detaillierte Ebene können teilweise keine Rückschlüsse auf Gesamtzusammenhänge getätigt werden. Wählt man eine zu grobe Detailebene werden ggf. wichtige Teilaspekte nicht beachtet oder durch die Ungleichverteilung der Prozentanteile visuell „verschluckt“
Andy Kirk schreibt in seinem Blog von den „8 hats of data visualisation design“ und visualisiert sein Konzept entsprechend:
Quelle: Andy Kirk
Ein interessanter Ansatz, um ihn einmal zu durchdenken.
Der Initiator sucht eine Lösung für ein bestimmtes Problem und gibt die Rahmenbedingungen vor
Der Data Scientist stellt die Daten bereit
Der Journalist ist der Storyteller im Team
Der Computer Scientist ist der Umsetzer im Tool
Der Designer kümmert sich um die Harmony zwischen Form und Function
Der Cognitive Scientist ist für die konzeptionelle Umsetzung verantwortlich
Der Communicator ist Vermittler und Präsentator der Idee und Umsetzung
der Project Manager hält das Projekt zusammen
Nun wird ja nicht jedes Design Projekt mit acht Personen und den entsprechenden Positionen besetzt. Das ist ganz normal und sollte nicht zu Problemen führen. Natürlich darf eine Person auch mehrere Positionen einnehmen.
Die Idee von Andy Kirk ist insofern aber sehr interessant, da man alle diese Positionen innerhalb eines Projektes beachten sollte und sich öfter fragen sollte, was die Person in der jeweiligen Position wohl tun würde.
Helfen uns Dashboards bei der Entscheidung? Vertrauen wir unserem Bauch, lassen wir uns von der Politik in unserem Unternehmen leiten oder gibt es doch einen Weg zu guten Dashboards?